Führung in der Orangerie, Donnerstag, 16. Nov. 2017

Der Planeten wundersamer Lauf,
Die Planetenuhr Landgraf Wilhelm IV.

Da die Planeten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten um die Sonne laufen, bewegen sie sich aus Sicht der Erde auf sehr komplexen Bahnen.

Diese Bewegungen  waren seit der Antike bekannt, aber sie in einem Modell nach zu vollziehen, war nur zweidimensional mit Pappscheiben möglich.

Landgraf Wilhelm IV. war ein exquisiter Astronom, der die damalige Fürstenwelt in diesen Fragen umfangreich beriet.

Er wollte nun erreichen, dass diese Himmelsbewegungen in einem dreidimensionalen Modell vorgeführt werden konnten. Mit den besten Astronomen und Uhrmachern seiner Zeit entwickelte und baute er dafür die sogenannte Planetenuhr, ein äußerst repräsentatives Gebilde, ca. 1m hoch und vielleicht 40 cm im Durchmesser, das auf den vier Seiten all diese besonderen Bewegungen von Sonne und Planeten aus Sicht der Erde genau aufzeigt. Sie wurde 1562 fertig und galt als ein Wunderwerk. Dem entsprechend stand diese besondere Uhr an einem herausragenden Platz in Schloss.

Zunächst wurden unserer großen Gästegruppe bei dieser Führung die Zusammenhänge in einer Planetariums-Schau erläutert. Danach ging es in die Ausstellung, um die Original-Uhr zu betrachten, Erklärungen dazu zu hören und aus dem Staunen nicht mehr heraus zu kommen. An mehreren Tischen rund herum waren Informationen für den Laien aufgebaut, die interaktiv genutzt werden konnten, um die Zusammenhänge zu verstehen. Wir hatten unter den Gästen auch Fachleute, Techniker? Uhrmacher?, die viele Fragen stellten, so dass wir nach und nach mehr Verständnis für dieses Kunstwerk erlangten. Alle waren sehr beeindruckt, viele nahmen sich einen weiteren Besuch vor, um ihr Wissen zu vertiefen.

Besonderer Dank gilt den Herrn Becker und Beck, die uns im Planetarium und in der Ausstellung führten. Sie waren kurzfristig eingesprungen, da Herr Dr. Gaulcke, der die Führung eigentlich vornehmen wollte, leider plötzlich erkrankt war. Beiden Herren Dank und ein großes Kompliment.

Renate Fricke