Bericht zu den Führungen im Fridericianum
durch die Landgraf Carl Ausstellung
am Donnerstag, 22. März 2018

 

Am Anfang gab es ein schreckliches Gedränge, durch Informationsdefizite, ein Durcheinander bei den Anmeldungen u. a., aber am Ende konnten alle ca. 100 Mitglieder viel aus den Führungen von Frau Dr. Werner und Frau Spöth mitnehmen. Denn die Ausstellung lohnt sich!

Es ist oft eng in den Gängen, manchmal müsste man sich hinknien, um eine Beschriftung lesen zu können, aber die Exponate sind außergewöhnlich. Sie zeigen einen Fürsten, der für damalige Verhältnisse extrem international vernetzt ist, der wissenschaftlich an der vordersten Front mitmischt, der hohe kulturelle und religiöse Toleranz übt und sein durch den dreißigjährigen Krieg sehr gebeuteltes Land wirtschaftlich wieder auf die Beine stellt. Etliche Prunkbauten zeugen noch heute von seinen Aktivitäten.

Natürlich ging das alles nicht, ohne die Bevölkerung oft bis an ihre Grenzen einzubinden und ohne die besondere Finanzquelle des Soldaten-Verleihs zu nutzen, ein Vorgehen, das damals zunehmend üblich wurde. So deutet auch der Titel der Ausstellung „groß gedacht! groß gemacht?“ schon an, dass Carl den Bogen auch manchmal überspannte……

Dennoch, diese Landesausstellung zeigt, wie ein kleines Land durch Offenheit und Fantasie eine große Bedeutung erlangen konnte, Eigenschaften, die wir ganz aktuell versuchen, auch für eine gute Entwicklung von Kassel einzusetzen.

Renate Fricke