Fahrt des Museumsvereins am 17./18.2.2018 „Kunst und Politik“
ins Folkwang Museum Essen und zur Bundeskunsthalle Bonn

 

Aus Anlass des 80.Geburtstages von Klaus Staeck  sind im Museum Folkwang unter dem Titel:
„Klaus Staeck. Sand fürs Getriebe“ nicht nur seine Plakate, sondern auch Grafiken aus der Zeit des Beginns seiner künstlerischen Karriere sowie Videosequenzen zu einer eindrucksvollen Ausstellung zusammengestellt. Hier gewinnen die vielen Besucher nicht nur einen umfassenden Rückblick und Einblick in Staecks Entwicklung zum kritischen Begleiter von nationalen und internationalen (sozial)politischen Problemen von den 60erJahren des 20.Jahrhunderts bis in die Gegenwart, sondern man nimmt auch mehr oder weniger verwundert, bisweilen schmunzelnd, aber auch  unangenehm berührt, wahr, wie viel Aktualität in etlichen der Plakate steckt. Für viele von uns war der Besuch dieser Ausstellung vermutlich auch eine Wiederbegegnung mit Situationen, Personen und Themen aus der Zeit der eigenen Bewusstwerdung als politisch denkende Menschen.

Darüber, dass das Museum Folkwang mit seiner großartigen Sammlung immer wieder eine Reise wert ist, waren sich die Kasseler Kunstreisenden einig.

Fotos: Michael Wilke

 

Die Bundeskunsthalle Bonn präsentiert eine „Bestandsaufnahme Gurlitt“, die Werke aus der Sammlung Gurlitt, die nicht(ganz)frei vom Verdacht sind, Raubkunst zu sein, während parallel das Kunstmuseum Bern unter demselben Titel hauptsächlich diejenigen Werke, die die Nationalsozialisten als „entartet“ diffamierten und die in diesem Zusammenhang aus den Museen entfernt wurden, zeigt.

Ein wesentlicher Aspekt der Bonner Ausstellung ist die kritische Betrachtung besonders der Rolle des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt im Dienste der Nationalsozialisten, seines Wirkens vor und nach dem Zweiten Weltkrieges. Eine differenzierte Einschätzung von Hildebrand Gurlitt wird versucht, als Besucher stellt man sich immer wieder die Frage, wie die Kunstwerke in den Besitz von H.Gurlitt gelangen konnten, thematisiert die Schau doch politische, juristische, ethische Überlegungen und auch durch die gezeigten Materialien wird der Besucher zu vermeintlich kunstfernen Gedanken herausgefordert. Im Vordergrund der kompetenten und sachkundigen Führungen standen vor diesem Hintergrund konsequent nicht die Informationen, Interpretationen und Erläuterungen einzelner ausgestellter Kunstwerke.
Die Reise wurde wie immer vom Reisebüro Kreger gut organisiert und durchgeführt und wurde insgesamt von den mitreisenden Museumsvereinsmitgliedern als interessant und anregend charakterisiert.

Angela Wickert

Fotos: Michael Wilke