Die Löwenburg braucht Ihre Hilfe
Welcher Besucher des Bergparks Wilhelmshöhe in Kassel hat sich nicht schon einmal vom Anblick der Löwenburg verzaubern lassen?
Beim Verfolgen der Wasserspiele, vom Steinhöfer Wasserfall kommend, erscheint sie am Ende der Parkwiese plötzlich wie ein verwunschenes Schloss! Wer durch die Wolfsschlucht den steilen Anstieg geschafft und den Buchengang des Labyrinths durchschritten hat, steht staunend vor ihrem Tor! Mauern, Türme und Zinnen versetzen uns in eine andere Zeit.
Wie viele Kinder und Enkel sind auf die Löwen im Burghof geklettert und fotografiert worden, wie oft ist der "Schwarze Ritter" in der Rüstkammer bewundert worden!
Ja, die Löwenburg wird geliebt, da sie Träume wie "Einmal Ritter oder Burgfräulein sein …!"" wahr werden lässt. Auch schon unter Landgraf Wilhelm IX. ist auf der Löwenburg mit Kostümierungen und Turnieren „Mittelalter“ gespielt worden.
Im Rahmen der Anmeldung des Bergparks Wilhelmshöhe als Weltkulturerbe kommt die Löwenburg als eines der frühesten historistischen Gebäude des 18. Jahrhunderts auf dem Kontinent in den besonderen Blick der Öffentlichkeit. Mit drei Veranstaltungen "Rotes Sofa" im Sptember und Oktober 2010, zu denen ausgewiesene Experten eingeladen worden sind, wollen wir diese besondere Bedeutung der Löwenburg hervorheben.
Nach der Grundinstandsetzung und Restaurierung der Bauteile, vor allem dem Wiederaufbau des markanten Bergfrieds, sollen die höfischen Raumfolgen mit ihrer Innenausstattung, wie sie im Jahr 1816 aussah, wieder erlebbar gemacht werden.
Eine Reihe von Objekten dieser Innenausstattung, z.B. das "Moritzbett" für das fürstliche Schlafzimmer, dazu Möbel, Gemälde Spiele, Rüstungen, Waffen und vieles mehr bedürfen der Restaurierung. Der Museumsverein will dazu motivieren, mit bürgerschftlicher Unterstützung zur Restaurierung beizutragen.
Besonders erwähnen möchte ich den "Pleninger Tisch": Dieser Tisch aus Solnhofer Kalkstein ist einer von wenigen Musiktischen in Deutschland; in seine Oberfläche sind ein lateinisches und ein deutsches Madrigal, angeblich von Landgraf Karl komponiert, sowie mythologische Figuren eingeätzt. Bei einem Bombenangriff ist er "in tausend Stücke" zerborsten. Wir wollen die Mitglieder des Museumsvereines dazu aufrufen, ihn mit "tausend kleinen Spenden" wieder zu einem Ganzen werden zu lassen.
Dr. Joachim Schröder
Vorsitzender des Museumsvereins Kassel e.V.


