Fahrt des Museumsvereins Kassel

nach Schloss Moyland und zur Museumsinsel Hombroich am 20./21.6.2015

 

Die 2-tägige Fahrt führte die 23 Kunstinteressierten bei gutem Reisewetter in etwa 3 ½ Stunden Busfahrt zunächst nach Schloss Moyland unweit von Kleve am Niederrhein. Dort nahmen wir Einblick in die Geschichte der Sammlung der Brüder van der Grinten. Unser gewählter Schwerpunkt hier war das (Früh-)Werk von Joseph Beuys.

Die Stiftung "Museum Schloss Moyland - Sammlung van der Grinten - Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen" wurde 1990 gegründet, basierend auf der Stiftung des Schlosses Moyland von der Familie des Barons Adrian von Steengracht und der umfangreichen Privatsammlung der Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten. Diese Sammlung besteht aus ca. 60.000 Kunstwerken aus der Zeit vom Ende des 18. Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Kunst. Darunter befinden sich ca. 4.000 Werke von Joseph Beuys, denen in der ständigen Ausstellung im Schloß sehr viel Raum gegeben wird.

Im Rahmen von Führungen in zwei Gruppen wurden uns der Künstler Joseph Beuys und besonders sein Frühwerk anschaulich und kompetent  nahegebracht und manche der ExkursionsteilnehmerInnen gewannen einen frischen Blick ( „Der konnte ja wirklich was!“) auf den in Kassel so bekannten und nach wie vor nicht unumstrittenen Künstler, sein Anliegen und Teile seines Werkes.

Auch den wunderbar angelegten Park und die nähere Umgebung des Wasserschlosses Moyland konnten wir – besonders bei einer Turmbesteigung -  bei gutem Frühsommerwetter  genießen.

Der zweite Tag war dem Besuch der Museumsinsel Hombroich bei Neuss gewidmet.

Wir besuchten und erlebten bei diesem Besuch einen außergewöhnlichen Ort.

Das Museum Insel Hombroich liegt eingebettet in eine renaturierte Park- und Auenlandschaft an der Erft. In einer 20 Hektar großen Park-Aue und Terrassenlandschaft trifft Kunst auf Natur, Natur auf Kunst. Inmitten eines vermeintlich urwüchsig natürlichen Areals zwischen Teichen und Wäldern finden sich in unterschiedlichen Pavillons Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten und Kulturen.

Die Vorstellung von Paul Cézanne »Kunst parallel zur Natur« kann man beim Besuch des 1987 von dem Kunstsammler, Mäzen und Stifter Karl-Heinrich Müller gegründeten Areals des Museums Insel Hombroich  sehr gut nachvollziehen.

In den zehn Pavillons, die  - selbst als begehbare Skulpturen gestaltet-  die Sammlung beherbergen, werden Kunstwerke aus zwei Jahrtausenden und verschiedenen Kulturen gezeigt: Schätze des Altertums und ethnischen Kultgegenständen, Exponate der klassischen Moderne und zeitgenössische Kunst trifft man in unmittelbarer Nähe zueinander, wie es der von dem Maler Gotthard Graubner als Installation konzipierte Ausstellungspräsentation der Sammlung entspricht. So werden wir als Besucher immer wieder überrascht und fühlen uns zu eigenen Überlegungen angeregt und herausgefordert. Nichts wird erklärt in diesem Museum und mit der vielfach üblichen Haltung von BesucherInnen kommt man nicht weit!  Chinesische Glaskunst des 18. Jahrhunderts erlebt man beispielsweise neben  Werken von Hans Arp und Kurt Schwitters. Mögliche Zusammenhänge müssen wir uns selbst erschließen. Das ist spannend und provoziert den Austausch der BesucherInnen über ihre Erfahrungen, Irritationen, Deutungsversuche.

Wir waren beeindruckt vom Konzept und seiner Realisierung – zugleich aber auch froh, dass wir einen kundigen und wissenden Begleiter an unserer Seite hatten,  der uns beim Entdecken des Museums im Rahmen einer anderhalbstündigen Führung behilflich war.

Übrigens: für Interessierte hält der 3sat Museumscheck eine Sendung über Hombroich vom 30.7.2014 bereit.

Erste Reaktionen Mitreisender auf diese vom Reisebüro Kreger in bewährter Weise durchgeführten Fahrt waren zustimmend und wir können eine positive Bilanz eines gelungenen und anregenden Ausflugs in  für die meisten TeilnehmerInnen unbekannte Gefilde ziehen.

Angela Wicker