Fahrt des Museumsvereins Kassel nach Duisburg am 25.10.2014
Museum Küppersmühle und Lehmbruckmuseum

Die herbstliche Fahrt führte uns nicht nur weit in den Westen, eine von Kassel aus etwas ungewohnte Richtung, sondern die angesteuerten Museen boten auch Einblicke in außergewöhnliche Architektur und mit Fotografie, Skulptur und Plastik in Kunstbereiche, die für manche der mitreisenden Kunstliebhaber/innen Neues bieten konnten.

Unser erstes Ziel

Das Museum Küppersmühle, eines der größten deutschen Privatmuseen, befindet sich in einem ehemaligen Getreidespeicher am Innenhafen in Duisburg. Es wurde nach umfangreichen Umbauarbeiten im Jahre 1999 eröffnet. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe. Das Museum beherbergt heute eine der umfangreichsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst.

Neben Werken etwa von Anselm Kiefer und Gerhard Richter lernten wir Ausschnitte aus den fotografischen Werken von Barbara Klemm und Stefan Moses kennen, die auf verschiedene Art Politik- und Zeitgeschehen fotografisch begleitet und dokumentiert haben. Barbara Klemm (*1939) war 40 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, die sie mit ihren Fotografien entscheidend prägte. Stefan Moses (*1928) erreichte durch seine Reportagen für den Stern ein breites Publikum.

Unser zweites Ziel

Schon in den 1920er-Jahren gab es die Idee zu einem Lehmbruck Museum. Als ein Beispiel für bedeutende Museumsarchitektur der Moderne wurde das Museumsgebäude im Jahr 1964 eröffnet. Der Architekt Manfred Lehmbruck, einer der Söhne Wilhelm Lehmbrucks, war maßgebich an der Gestaltung des Museumsbaus beteiligt.
Darin präsentiert das Lehmbruck Museum bis heute seine eindrucksvolle Sammlung moderner Skulptur. Der Schwerpunkt liegt auf ausgewählten Schlüsselwerken aus dem Nachlass von Wilhelm Lehmbruck, dem am 4.1.1881 in Meiderich bei Duisburg geborenen Grafiker und Bildhauer, der am 25.3. 1919 in Berlin den Freitod starb.

Lehmbrucks bildhauerisches Werk stellt den menschlichen Körper in den Mittelpunkt. Viele seiner Figuren drücken Leid aus. Beispielhaft konnten wir uns an der überlängten und stark abstrahierten Figur Der Gestürzte ein Bild davon machen.
Wilhelm Lehmbrucks Kniende war übrigens1955 auf der documenta I und auf der documenta III im Jahr 1964 in Kassel zu sehen.
Wir haben einen anregenden Tag verlebt, für den sich die lange Busfahrt gelohnt hat.

Angela Wickert